2009-02-08, Lippstadt am Sonntag, Für Technik begeistern

Zunächst unterzeichneten neben NRW-Innovationsminister Andreas Pinkwart (vorne 2.v.r.) Gerhard Kleinsorge, Schulleiter des Lippe-Berufskolleg, Landrätin Eva lrrgang und Bürgermeister Christof Sommer (vorne v.l.) die Erklärung zur Gründung des Zdl-Zentrums, bevor die übrigen Beteiligten (im Hintergrund) ihre Unterschriften unter die Erklärung setzten. Foto: Redlich

Zdl-Zentrum will naturwissenschaftlich-technischen Nachwuchs im Kreis Soest künftig stärker fördern

Kreis Soest.(-ich) Der naturwissenschaftlich-technische Nachwuchs im Kreis Soest soll künftig stärker gefördert werden. Vertreter von Wirtschaft und Politik, Schulen und Hochschulen unterzeichneten jetzt eine Vereinbarung nach der, zusammen mit der Landesinitiative „Zukunft durch Innovation. NRW (Zdl)”, Maßnahmen zur Förderung des naturwissenschaftlich-technischen Nachwuchses in der Region Lippstadt/Soest in Zukunft stärker miteinander verzahnt, sichtbarer in die Offentlichkeit getragen, weiter entwickelt und vorangetrieben werden. Schülerinnen und Schüler soll dadurch für ein ingenieur- und naturwissenschaftliches Studium gewonnen werden.

Gegründet wurde das Zdl-Zentrum „STARK in Lippstadt/Soest” durch NRW-lnnovationsminister Prof. Andreas Pinkwart. Mit Hilfe des Zdl-Zentrums am Lippe-Berufskollegs sollen Schülerinnen und Schüler mit anspruchsvollen Angeboten frühzeitig für ein Studium der sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) begeistert werden. Es ist das landesweit neunte Zdl-Zentrum. „Die Gründung des Zdl-Zentrums geht Hand in Hand mit dem Ausbau der Fachhochschulen in Nordrhein-Westfalen. Denn bereits in der Schule werden die Grundlagen für ein späteres Studium gelegt. Wenn es gelingt, hier die Begeisterung für Technik und Naturwissenschaften zu wecken, gewinnen wir den dringend benötigten ingenieurwissenschaftlichen Nachwuchs”, sagte Pink war bei der Gründungsveranstaltung im Forum des Berufskollegs. Allein in Nordrhein-Westfalen fehlen derzeit rund 20.000 Ingenieure.

Nach Darstellung des Ministers kommt es „auf die Köpfe an und die Bereitschaft der Köpfe, zusammen zu arbeiten”, um Projekte wie das Zdl-Zentrum zu realisieren. Dabei sei der Mensch in den Mittelpunkt der technischen Entwicklung zu stellen. Neun Schulen aus Lippstadt und Geseke nehmen an dem Zdl-Angebot teil und richten Arbeitsgemeinschaften ein — beispielsweise eine Roboter-AG, eine Elektrotechnik-AG oder eine Brennstoffzellen-Forschungsgruppe. Außerdem werden bestehende Projekte an Schulen ergänzt und erweitert. Weitere teilnehmende Schulen in der Region sollen sich dem Zentrum anschließen. Ein Schwerpunkt des Zentrums liegt in Zukunft darauf, spezielle Kurse für Mädchen anzubieten. Sie sind in den MINT-Fächern immer noch unterrepräsentiert. Eingebunden sind verschiedene Schulformen von der Grundschule über die weiterbildenden Schulen bis hin zu den regionalen Hochschulen. STARK steht hier für Schule-Technik-Arbeitskreis in regionaler Kooperation. Partner aus Politik, Schule, Wirtschaft und Wissenschaft unterstützen das Zdl-Zentrum Lippstadt/Soest, darunter die Stadt und die Wirtschaftsförderung Lippstadt, der Kreis Soest, die Agentur für Arbeit sowie Unternehmen und die regionalen Hochschulen.

Bis zum Jahr 2013 werden 70.000 Naturwissenschaftler und 85.000 Ingenieure in den Ruhestand gehen, erläuterte Ulrike Struwe vom Kompetenzzentrum Bielefeld bei der Gründungsveranstaltung. Im MINT-Bereich gelte es, insbesondere bei Mädchen Potenziale zu heben. Die frühkindliche Bildung müsse verbessert und vom Grundschul- bis zum Gymnasialbereich müsse der naturwissenschaftlich-technische Unterricht gestärkt werden. Das naturwissenschaftlich-technische Interesse sei mit Beginn der Schulzeit zu fördern. „Ohne Ingenieure gibt es kein Wachstum”, betonte Dr. Christof Jung, Vorsitzender des Trägervereins. Das Zdl-Zentrum soll nach seinen Worten „Neigungen von Schülern früh erkennen und in Begeisterung umwandeln”, damit sie später einen technischen Beruf ergreifen.