Lippstadt am Sonntag, 2010-03-21

Der Mittelstand kann mit großen Konzernen mithalten

In Zeiten der Wirtschaftskrise haben es mittelständische Unternehmer nicht immer leicht – das wissen auch Matthias Ferber und Jochen Schneiders, die beim Meeting Mittelstand des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) von ihren Erfahrungen erzählten. Beide sind Geschäftsführer der Firma Ferber-Software in Lippstadt, die vor 20 Jahren gegründet wurde und sich auf Softwarelösungen im Forderungsmanagement spezialisiert hat. Im Rahmen der BVMW-Veranstaltung stellten sie ihr Unternehmen vor und gaben Eindrücke in die Praxis ihres Arbeitstalltags.

Ferber berichtete in seinem Vortrag über drei Herausforderungen, die es im Jahr 2009 zu meistern galt: Investitionsstau, Abstimmung zwischen Aufträgen und Ressourcen sowie die in Krisenzeiten fehlende Planungssicherheit. Trotz allem konnte die Firma Ferber-Software das Wirtschaftsjahr relativ erfolgreich abschließen. Grund seien eine tragfähige Unternehmensstrategie und das daran anknüpfende Controlling. Gemeinsam mit Schneiders schilderte er an einigen Beispielen die konkrete Umsetzung und erntete dafür großes Lob seitens der 80 anwesenden Unternehmer. „Bei uns ist jeder Vertriebler, und bei der Akquise berücksichtigen wir vermehrt auch kleinere Firmen“, so Ferber.

Außerdem lasse man sich von Dumpingpreisen nicht einschüchtern. Schneiders machte darüber hinaus deutlich, wie wichtig es sei, den Kunden bei der Entwicklung eines Produktes einzubeziehen. In einem zweiten Teil wagte Ferber einen Ausblick in die IT-Zukunft. Er nannte Begriffe wie das Web 2.0, die Zunahme mobiler Endgeräte mit Zugriff auf das Internet und die Verbreitung von Videos, die für die Unternehmenskommunikation eine relevante Plattform darstellen. Als weiteren Referenten des Abends begrüßte Franz-Friedrich Schröter vom BVMW-Kreisverband Soest Rechtsanwalt Dr. Walter Felling. Er berichtete anhand zahlreicher Beispiele aus der Praxis über das Thema der IT-Sicherheit. Dabei stellte er heraus, wie wichtig nicht nur der Schutz personenbezogener Daten, sonder auch diverser weiterer Firmeninterna sei. Er riet den Teilnehmern dazu, diese vor technischen, nichttechnischen und personellen Gefahren zu schützen. „70 Prozent der Datenkriminalität erfolgt durch Mitarbeiter“, brachte er es für viele erschreckend auf den Punkt. Deshalb seien Zutritts-, Zugangs- und Zugriffskontrollen ratsam und notwendig.

Nach den Vorträgen nutzten die Unternehmer die Möglichkeit, bei einer westfälischen Brotzeit miteinander ins Gespräch zu kommen und die Themen des Abends Revue passieren zu lassen. Der allgemeine Tenor: Von so manchen mittelständischen Unternehmen können sich die Großen etwas abschauen. Die Mängel der Konzerne seien gleichzeitig aber auch Chancen für den Mittelstand. „Nutzen sie das“, gab Schröter den Teilnehmern mit auf den Weg.

Sorgten für eine gelungene, informative Veranstaltung (v.l.): Dr. Walter Felling, Matthias Ferber, Franz-Friedrich Schröter vom BVMW-Kreisverband Soest und Jochen Schneiders