Wirtschaft in Westfalens Mitte, 2010-03

BVMW zu Gast bei Ferber-Software in Lippstadt

Die "Akteure" des Abends (v.l.): Rechtsanwalt Dr. Walter Felling, Matthias Ferber, Franz-Friedrich Schröter und Jochen Schneiders (Foto: Peter Kracht)

In Zeiten der Wirtschaftskrise haben es mittelständische Unternehmen nicht immer leicht - das wissen auch Matthias Ferber und Jochen Schneiders, die beim Meeting Mittelstand des Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) von ihren Erfahrungen berichteten. Beide sind Geschäftsführer der Firma Ferber-Software in Lippstadt, die vor 20 Jahren gegründet wurde und sich auf Softwarelösungen im Forderungsmanagement spezialisiert hat.

Im Rahmen der BVMW-Veranstaltung stellten sie ihr Unternehmen vor und gaben Einblicke in die Praxis ihres Arbeitsalltags. Dabei zeigte sich schnell: Nur wer Mut hat und auch in wirtschaftlich härteren Zeiten am Ball bleibt, kann auch zukünftig gestärkt nach vorne schauen.

Matthias Ferber berichtete in seinem Vortrag über drei Herausforderungen, die es im Jahr 2009 zu meistern galt: Investitionsstau, Abstimmung zwischen Aufträgen und Ressourcen sowie die in Krisenzeiten fehlende Planungssicherheit. Trotz allem konnte die Firma Ferber-Software das Wirtschaftsjahr u.a. erfolgreich abschließen. Grund seien eine tragfähige Unternehmensstrategie und das daran geknüpfte Controlling. Gemeinsam mit Jochen Schneiders schilderte er an einigen Beispielen die konkrete Umsetzung und erntete dafür großes Lob seitens der 80 anwesenden Unternehmer. "Bei uns ist jeder Vertriebler; und bei der Akquise berücksichtigen wir eine große Bandbreite von kleinen Unternehmen bis zu großen Konzernen", so Ferber. Außerdem lasse man sich von Dumpingpreisen nicht einschüchtern. Jochen Schneiders machte darüber hinaus deutlich, wie wichtig es sei, den Kunden bei der Entwicklung eines Produkts einzubeziehen. In einem zweiten Teil wagte Matthias Ferber einen Ausblick in die IT-Zukunft. Er nannte Begriffe wie Virtualisierung, Cloud-Computing, das Web 2.0 und die Zunahme mobiler Endgeräte mit Zugriff auf das Internet.

Als weiteren Referenten des Abends begrüßte Franz-Friedrich Schröter vom BVMW-Kreisverband Soest Rechtsanwalt Dr. Walter Felling. Er berichtete anhand zahlreicher Beispiele aus der Praxis über das Thema IT-Sicherheit.

Dabei stellte er heraus, wie wichtig nicht nur der Schutz personenbezogener Daten, sondern auch diverser weiterer Firmeninterna sei. Er riet den Teilnehmern dazu, diese vor technischen, nichttechnischen und personellen Gefahren zu schützen. "70 Prozent der Datenkriminalität erfolgt durch Mitarbeiter", brachte er es für viele erschreckend auf den Punkt. Deshalb seien Zutritts-, Zugangs- und Zugriffskontrollen ratsam und notwendig.

Nach den Vorträgen nutzten die Unternehmer die Möglichkeit, bei einer westfälischen Brotzeit miteinander ins Gespräch zu kommen und die Themen des Abends Revue passieren zu lassen. Der allgemeine Tenor: Von so machen mittelständischen Unternehmen können sich die Großen etwas abschauen. Die Mängel der Konzerne seien gleichzeitig aber auch Chancen für den Mittelstand. "Nutzen Sie das", gab Franz-Friedrich Schröter den Teilnehmern mit auf den Weg. Text: Julia Cöllen.